| Pressemitteilung 49/1999 |
Vom 8. bis zum 10. September an der Universität Augsburg:
Vom 8. bis 10. September 1999 findet an der Universität
Augsburg der 6. Internationale Linux-Kongress statt. Gemeinsam mit dem Institut
für Informatik der Universität Augsburg und der Linux User Group
Augsburg lädt die German Unix User Group (GUUG) die erwarteten rund 350
Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Workshops, Vorträgen und Ausstellungen
rund um aktuelle Linux-Themen ein.
Linux ist ein freies Derivat des Betriebssystems UNIX. Frei bedeutet dabei, dass
jeder das Recht hat, dieses Programm zu verwenden und es weiterzugeben.
Außerdem ist der Quellcode, d. h. der ursprüngliche Programmtext,
verfügbar, so dass jeder Anwender - entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt
- ein Programm verändern und damit auch korrigieren, verbessern und
erweitern kann. Dieses sogenannte Open Source-Konzept findet momentan immer mehr
Anhänger, auch im Bereich der kommerziellen Software, da es den Vorteil
hat, dass Fehler schneller gefunden und gewünschte Anpassungen selbst
durchgeführt werden können. Gerade in Kombination mit den schnellen
Verbreitungsmöglichkeiten, die durch das Internet möglich geworden
sind, erlaubt dies eine schnelle Reaktionszeit bei gefundenen Fehlern. Genau
hierin liegt der größte Vorteil von Linux im Vergleich zu
kommerziellen Systemen wie Microsoft Windows.
Als UNIX-Derivat profitiert Linux von der jahrzehntelangen
Erfahrung, die mit ähnlichen Systemen wie z. B. BSD, Solaris und AIX
gesammelt wurde. Inbesondere wird dem Privatanwender Zugang zu der immensen
Funktionalität und Anwendungsvielfalt dieser für ihn früher
unerschwinglichen Systeme ermöglicht. Darüber hinaus wurden, bedingt
durch die Herkunft der meisten Linux-Anwender, auch positive Aspekte von anderen
Systemen - wie z.B. eine intuitive Benutzeroberfläche - unter Linux
realisiert.
Der Linux-Kongress stellt als eine der traditionsreichsten Linux-Veranstaltung
ein wichtiges Forum der weltweiten Gemeinschaft von Linux-Freaks und
-Entwicklern dar. So werden neue Entwicklungen diskutiert, Projektideen aus der
Taufe gehoben und der interessierten Fachwelt vorgestellt.
Auf die Anregung des Linux-Urvaters Linus Torvalds hin wurde
beispielsweise vor drei Jahren auf dem Linux-Kongress in Berlin das inzwischen
überaus erfolgreiche KDE-Projekt ins Leben gerufen. Eine erste Version
dieser graphischen Benutzeroberfläche wurde ein Jahr später bereits
von einer Gruppe um Kalle Dallheimer beim Linux-Kongress in Würzburg
vorgestellt. KDE bietet den von Windows- und Macintosh-Systemen gewohnten
Bedienungskomfort und stellt in dieser Hinsicht einen Meilenstein der
Linux-Geschichte dar. Inzwischen hat es sich zu einem Quasistandard unter Linux
entwickelt und gilt als ein Beispiel dafür, welches Innovationspotential in
der Linux-Gemeinde steckt. Systeme wie KDE sind entscheidend für den Erfolg
von Linux als Betriebssystem für Arbeitsplatzrechner, d. h. als System
nicht nur Computerfreaks, sondern für jedermann. Ein aktuelles Beispiel
dafür ist die Berliner Tageszeitung taz, die ihr gesamtes Redaktionssystem
auf Linux umgestellt hat.
Der diesjährige Linux-Kongress wird von der German Unix User Group (GUUG)
gemeinsam mit dem Institut für Informatik der Universität Augsburg und
der Linux User Group Augsburg (http://www.luga.de/) ausgerichtet. Das noch junge
Augsburger Informatik-Institut greift damit einen entscheidenden Trend im
Bereich der Informatik auf, der richtungweisend sein könnte für eine
breite, herstellerunabhängige und praxisnahe Ausbildung im angestrebten
Studiengang Praktische Informatik.
Der Linux-Kongress wendet sich vor allem an Linux-Entwickler,
fortgeschrittene Anwender und Administratoren. Im Gegensatz zu kommerziellen
Großveranstaltungen wie etwa der Linux World Expo bietet der
Linux-Kongress insbesondere kleinen, neuen und interessanten Projekten die
Möglichkeit, sich zu präsentieren.
Wichtige Themen werden in diesem Jahr sein: moderne Filesysteme, Clustering,
Systemsicherheit, Multimedia-Unterstützung sowie andere aktuelle
Entwicklungen im Bereich des Betriebssystemkerns.
Christian Kegler, Tel.: 0821/598-3611, e-Mail:
christian.kegler@physik.uni-augsburg.de
Jörg
Lehmann, Tel.: 0821/598-3256, e-Mail: joerg.lehmann@physik.uni-augsburg.de
Andreas
Bourges, Tel.: 0821/598-2078, e-Mail: bourges@rz.uni-augsburg.de
http://www.linux-kongress.de/
Zuletzt geändert von presse@www.uni-augsburg.de
am Montag, den 23. August 1999